Eine Würdigung…

aber Politik darf ehrenamtliches Engagement nicht überfordern!

Es heißt landläufig: Das Ehrenamt ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält!  –  Wie wahr! Über 30 Millionen Menschen engagieren sich freiwillig, für unsere Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Tendenz absteigend. Sie engagieren sich in Kirchen, Schulen, Sportvereinen, Kleingärten, Feuerwehren, Katastrophenschutz, Entwicklungshilfe, Seniorenbeiräten, Behindertenbeiräten, Integrationsräten, aktuell in der Hilfe für die Ukraine und, und, und! Ja auch in der Nachbarschaftshilfe Rosenhügel – das haben wir Rosenhügeler/ innen während der Pandemie gut und dankbar sehen können!

Ehrenamtliches Engagement darf aber keine Einbahnstraße sein! Wer freiwillig arbeitet, hat Anspruch gehört zu werden! Bitte nicht die Guten überhören! 

Ein Beispiel: Wenn Stadtsparkassenfilialen geschlossen werden, dürfen die negativen Auswirkungen im Stadtteil nicht auf das Ehrenamt abgewälzt werden.  Wer Sparkassenfilialen schließt, wie zuletzt durch die Kommunalpolitik in Rosenhügel geschehen (im Verwaltungsrat sitzen nun einmal nur Kommunalpolitiker/ innen), muss auch die Konsequenzen seines Handelns bedenken, wenn auch der Beschluss aus wirtschaftlicher Sicht durchaus nachvollziehbar ist. An wen wenden sich denn alleinstehende hilfesuchende Senioren/ innen, wenn sie Bargeld benötigen oder Überweisungen einwerfen wollen, die nächste Sparkassenfiliale aber nur mit sehr viel Mühe erreichbar ist? – Richtig!  – Auch an die Nachbarschaftshilfe Rosenhügel! Und genau hier setzt die Frustration ein! Genau hier werden die Gutwilligen überfordert. Leider werden immer die unrentablen aber gesellschaftlich notwendigen Dienstleistungen durch die Politik weggekürzt. Am Ende müssen diese Löcher durch viel ehrenamtliches Engagement gestopft werden. 

Es hilft dabei nicht sehr viel, die Ehrenamtlichen bis über den Klee zu loben und Orden oder Ehrenpreise an sie zu verteilen! Nötig ist vielmehr eine offene Diskussion im Stadtrat und in der Stadtverwaltung auf welche Weise die Ehrenamtlichen unterstützt werden können. Gibt es beispielsweise Fördertöpfe oder andere Möglichkeiten, um die Arbeit in unseren Quartieren dauerhaft und nachhaltig zu unterstützen? Wie können Ehrenamtliche so entlastet werden, damit dieser immer rarer gesäten Spezies von Mensch, nicht die Freude an der ehrenamtlichen Arbeit genommen wird?

In den Quartieren müsste z.B. bei der Seniorenpolitik das gelten was im Grundschul- und Kitabereich heute bereits allgemein gilt: Kurze Beine – kurze Wege!

Und für die Senioren/ innen muss es heißen: Alte Beine am Rollator – auch kurze Wege bitte! Damit  unsere Senior/ innen bis ins hohe Alter ein Leben in Selbstbestimmung führen können. 

Der Autor ist der Redaktion bekannt.