von Michael Hübner (MdL) und Andi Dunkel

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, müssen wir uns alle Problemlagen im Gladbecker Süden vor Augen halten. Von Angsträumen an den verschiedensten Stellen über Problemimmobilien wie an der Steinstraße, an der Märkerstraße oder am Busfortshof bis hin zu selbst verursachten Verkehrs- und Parkproblemen wie am Ärztezentrum Butendorf oder am DHL-Shop an der Horster Straße in Brauck-Süd. Das sind nur einige Beispiele.

Mit eigenen Standpunkten aktiv nach Lösungen suchen

Aber was tun wir um aktiv Lösungen zu finden? Denn das ist das, was wir als SPD im Gladbecker Süden in der Kommunalpolitik zu tun haben: Lösungen suchen und anschließend auch umsetzen. Dabei muss stets darauf geachtet werden, dass die Lebensqualität in unseren Quartieren erhalten bleibt. Das ist unser Auftrag und unsere Verpflichtung. Dafür wurden wir mit großem Abstand vor der CDU von den Menschen gewählt. Zur Politik gehört auch, dass mitunter der politische Gegner hart angegangen werden muss, um den eigenen Standpunkt deutlich zu machen. Rhetorik, Polemik und Dialektik gehören dabei schon immer zu den Instrumenten der politischen Auseinandersetzung. „Zwischenrufe“ sind dabei ausdrücklich erlaubt. Wir dürfen es nicht zulassen, dass eine große „Harmoniesoße“ alle Unterschiede überdeckt. (Denn für was sollten uns die Menschen noch wählen, wenn wir nicht mehr unterscheidbar sind?)

Die richtigen Initiativen zur richtigen Zeit ergreifen

„Es gibt keine sozialdemokratischen Gehwege und Straßen“ hat einmal ein alter Genosse gesagt. Das ist richtig aber gleichzeitig auch falsch. Gute Kommunalpolitik fängt da an, wo die Probleme der Menschen zu den eigenen Problemen gemacht werden. Dazu gehört eben auch der kaputte Gehweg. Daraus müssen wir wieder ableiten, an welcher Stelle die richtigen Initiativen notwendig sind. Dabei soll niemand vorgeführt werden, weder die zuständige Stadtverwaltung im Allgemeinen noch die handelnden bzw. untätigen Personen im Besonderen. Die SPD vor Ort muss aber die wirklichen Probleme der Menschen, auch ihre Alltagsprobleme, benennen und das Sprachrohr der Menschen bleiben.

Dort sein wo die Menschen sind – auch digital

Ferdinand Lassalle sagte es dereinst so: „Alle politische Aktion besteht in dem Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist.“ Darum müssen wir den Menschen aufmerksam zuhören, ihre Probleme ernst nehmen, nicht abtun und uns mit ihnen solidarisieren. Wie geht das? Wir müssen dorthin gehen wo die Menschen sich aufhalten. Sei es zu der letzten Kneipe im Gladbecker Süden, in die Teestube, zum Sportverein, zum Kleingartenverein oder zum Gemeinde- oder Schützenfest – eben zu allen die örtlich aktiv sind. Dazu zählt, gerade in Zeiten der Pandemie, die Augen und Ohren auch in den sozialen Medien offen zu halten. Auch die Meinungsäußerungen dort müssen wir sehr ernst nehmen. Wenn wir das nicht tun, vergeben wir große Chancen.

Den Menschen zuhören, sich beraten und handeln

Es reicht eben nicht, für fünf Jahre gewählt zu werden um anschließend alles besser zu wissen und sich in die eigene „Blase“ zurückzuziehen. Den Menschen zuhören ist eben ein kontinuierlicher Prozess. Es bedeutet den Motor im stetigen „Hilfemodus“ zu halten. Eben „immer bereit“ zu sein. Das wollen wir Sozialdemokraten im Gladbecker Süden tun. Wir brauchen dazu aber auch eine zuhörende Verwaltung. Ein erster Schritt wird es sein, dass der neue SPD-Ortsverein Gladbeck Süd einen bürgeroffenen Arbeitskreis einberuft, der sich mit den städtebaulichen Defiziten im Gladbecker Süden auseinandersetzt, sei es mit den Problemimmobilien oder mit den Angsträumen. Dazu wollen wir die Betroffenen, die Verantwortlichen der Verwaltung, die Eckleute aus den Quartieren und Expert*innen einladen, um mit uns gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Wir brauchen dazu einen klaren Blick mit anschließenden handfesten Lösungen. Einen durch „Räucherstäbchen“ vernebelten Blick auf die Wirklichkeit können wir uns nicht leisten.