GESELLSCHAFTSPOLITIK
Wer erinnert sich noch an die Not der Geflüchteten an der polnischen Grenze zu Weißrussland? Oder an die aus Myanmar vertriebenen Rohyngia? Was ist eigentlich aus den in Libyen dahinvegetierenden afrikanischen Flüchtlingen geworden? Werden noch Schiffe im Golf von Aden überfallen und gegen Lösegeld freigegeben? Was ist mit dem Bürgerkrieg in Mali oder den Terroranschlägen und Entführungen der Boko Haram in Westafrika? Wie groß ist die durch die Machtübernahme der Taliban hervorgerufene Hungersnot in Afghanistan?
Nur das Hier und das Jetzt zählt?
Fragen über Fragen, die vor nicht allzu langer Zeit Schlagzeilen in unseren Medien machten. Nach und nach rutschen sie erst an die zweite, dann die dritte Stelle, nun sind sie verschwunden. Aber nur die Meldungen sind verschwunden, nicht die Probleme. Das ist die erste Stufe der gedanklichen Verdrängung. Danach folgt das Vergessen. Ein Stück Normalität in unserer schnelllebigen Zeit. Eine bittere Normalität. Sie geht nämlich einher mit unserem Egoismus. Unserer Annahme, dass nur das Hier und das Jetzt zählt.
Humankapital
Wenn die Globalisierung einen Großteil unseres Wohlstands ausmacht, dann dürfen wir die internationale Solidarität nicht aus dem Blick verlieren. Die globale Wirtschaft besteht aus rund um den Globus zusammenhängenden Lieferketten. Das sind nicht nur die Waren und Rohstoffe, sondern es geht auch um die Menschen dieser Länder, die nicht selten verschleiernd als Humankapital bezeichnet werden. Svenja Schulze, Sozialdemokratin und nun „Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ steht vor riesigen Herausforderungen.
Schere zwischen Arm und Reich ist kaum zu schließen
Realistisch gesehen werden wir alleine die Schere zwischen weltweiter Armut und Reichtum nicht schließen können. Entwicklungshilfe heißt nicht nur Hilfe zur Selbsthilfe sondern muss auch gleichberechtigte Teilhabe bedeuten. Der erste Schritt dazu wäre aber, die vorhandenen Probleme des jeweiligen Landes und seiner Bürger weder zu verdrängen, noch zu vergessen. Svenja Schulze hat unsere Unterstützung verdient. ADVENIAT, BROT FÜR DIE WELT und die vielen anderen Hilfsorganisationen aber auch.
