Pressemitteilung der Rosenhügeler SPD zur Schließung der Sparkassen-Zweigstelle in Rosenhügel:

Rosenhügel | Die Gerüchteküche brodelte schon lange. Jetzt sind die Würfel gefallen. Die Sparkassen-Zweigstelle Rosenhügel schließt endgültig ihre Pforten. „Schon lange wurden die Dienstleistungen am Standort Rosenhügel zurückgefahren, daher wundert es nicht, dass nun das endgültige „aus“ seitens der Sparkasse verkündet wurde“, so Andi Dunkel, Vorsitzender der Rosenhügeler Sozialdemokraten, aber weiter sagt er: „Das auch der Selbstbedienungs-Bereich mit den Bargeldautomaten komplett entfallen wird ist ein herber Schlag für die teils langjährigen Sparkassenkund*innen in Brauck-Süd und Rosenhügel. Und die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Der Rückzug der Sparkasse aus anderen Gladbecker Stadtteilen wird weitergehen und nicht aufzuhalten sein.

Dunkel führt weiter aus: „Viele nicht mobile Bürger*innen wie Rentner*innen oder gehandicapte Menschen, die am Rosenhügeler Markt bisher ihr Bargeld abheben, geben es auch vor Ort, in den Discountern rund um den Markt, an der Horster Straße oder auf dem „Wochenmarkt“ aus. Dies wird demnächst nicht mehr so selbstverständlich der Fall sein. Ein Blick auf den Bus-Fahrplan verrät, dass man von Rosenhügel zur Sparkassen-Zweigstelle in Brauck einmal umsteigen muss, während man nach Gelsenkirchen-Horst in wenigen Minuten durchfahren kann. Dort werden zukünftig noch mehr Menschen aus Rosenhügel und Brauck-Süd bei der Sparkasse Gelsenkirchen oder der Commerzbank ihr Konto führen. Außerdem können sie in Horst auch gleich ihre Einkäufe erledigen, unter anderem auf einem Wochenmarkt, der seinen Namen auch verdient. Insofern ist es jetzt schon absehbar wann der erster Discounter in Brauck/ Rosenhügel wieder seine Türen schließen und der Wochenmarkt sein Ende finden wird.

Es kann aber doch nicht das Ziel der Kommunalpolitik sein, die eigenen Bürger*innen in andere Städte zu treiben. Unserer Meinung nach, sollte die Kommunalpolitik alles dafür tun, dass die Bürger*innen ihr Geld auch in ihrer Stadt ausgeben. Die Sparkasse ist ein Teil der Kommunalpolitik, da sie von einem Verwaltungsrat, der aus Kommunalpolitiker*innen besteht, geführt wird. Der Auftrag an diese kann nur lauten: Sucht nach anderen Lösungen und werdet mal kreativ! Die Post hat es bereits vorgemacht. Sie setzt auf Kooperationen mit örtlichen Einzelhändlern. Warum nicht auch die Sparkasse? Bargeld kann man ja auch schon an den Discounter-Kassen abheben.“    

Dunkel abschließend: „Im Übrigen reiht sich die Zweigstellenschließung als Teil der öffentlichen Infrastruktur in eine seit Langem zu beobachtende Entwicklung ein. Keine Ärzte mehr in den Stadtteilen, kein kirchliches Engagement bzw. Gemeindeleben mehr in den Stadtteilen, keine Gastronomie mehr in den Stadtteilen und bald auch keine Geldinstitute mehr in den Stadtteilen. Wenn man sich als Stadtgesellschaft komplett aus den Stadtteilen zurückzieht, darf man sich nicht wundern, dass sich die Menschen mehr und mehr woandershin orientieren, ob in andere Städte oder in andere Angebote. Der Aufschrei ist jetzt schon groß, wenn z.B. Braucker*innen muslimischen Glaubens versuchen, die Lücken die die Stadtgesellschaft im Bereich Bildung im Gladbecker Süden hinterlässt, zu schließen.“