ein Beitrag von Hans-Jürgen-Zernfeld

Leserbrief zum WAZ-Artikel vom 12.10.2021: „Patres helfen Grundschulkindern“

Mit großem Interesse las ich Ihren Artikel über das Förderungsprojekt der Amigonianer zur Unterstützung von Grundschulkindern aus bildungsfernen Familien im Gladbecker Stadtsüden. Hier werden Kinder von ehrenamtlichen Fachkräften bei der Hausaufgabenhilfe und der nachmittäglichen Freizeitgestaltung begleitet. Ein Projekt das in kirchlichen Bereichen unbedingt zur Nachahmung anregt.

Im Rahmen dieser positiven Berichterstattung frage ich mich allerdings, warum Ihre Zeitung bisher nicht ebenso in gleicher Weise über die Aktivitäten des IBG Vereins an der Breuker Straße zu berichten wusste. Gerade im Vorfeld des geplanten Neubaus an der Roßheidestraße und den damit geführten kontroversen Diskussionen in Politik und Gesellschaft, wäre hier eine aufklärende Berichterstattung über die eigentliche Zielsetzung des muslimischen Kulturvereins von Nöten. Ich habe mir im Rahmen der Aktion „Offene Moschee“ am 3.Oktober an der Breukerstraße selbst ein Bild über die Zielsetzung der Bildungsaktivitäten des IBG machen können. Es finden hier Schulbegleitende Förderungsmaßnahmen für Kinder aller Altersgruppen statt, um ihnen eine berufliche Perspektive und im besten Falle den Besuch einer Universität zu ermöglichen. Dieses Angebot richtet sich zudem auch an Kinder aus nicht muslimischen Kulturkreisen.

Was ist daran verwerflich? Es handelt sich hier auch nicht um ein „Muslimisches Internat“. Diese unpassende Wortprägung Ihrer Zeitung hat viele Gladbecker dazu verleitet hier eine religiöse Kaderschmiede für potentielle Islamisten zu vermuten. Die Auswüchse von sämtlichen Fehlinterpretationen zwecks der Aufgabenstellung des IBG hat längst zur Verunsicherung der Gladbecker Bevölkerung und zu tumultartigen Ratssitzungen geführt.

Abschließend möchte ich Pater Gisbert von den Amigonianern mit seiner positiven Botschaft zitieren: „Wir müssen da sein, wo die Menschen sind, egal welchen Glaubens.“