Rosenhügel | Die ärztliche Versorgung in Rosenhügel ist gefährdet. Mit der Schließung der Arztpraxis des kürzlich verstorbenen Dr. Michael Stein an der Lützenkampstraße gibt es in Rosenhügel seit Mai keinen praktizierenden Allgemeinmediziner mehr. Unsere Anteilnahme gilt seinen Angehörigen.

Sicherlich sind auch andere Ärzte, in sehr dicht besiedelten Städten wie Gelsenkirchen und Gladbeck, in anderen Stadtteilen für die Rosenhügeler/innen erreichbar. Das ist aber oft, vor allem für die ältere Generation,  nur mit viel Mühen und bei akuten Beschwerden außerdem mit stundenlangem Warten im Wartezimmer verbunden. Bei chronischen Leiden wartet man darüber hinaus oft monatelang auf den Arzttermin.

Die knappe ärztliche Versorgung in Rosenhügel hat die örtliche SPD schon seit Jahren kritisch begleitet und an der einen oder anderen Stelle auch schon angesprochen. Ein Hausarzt für über 5.000 Einwohner? Das ist zu wenig. Und nun? Zurzeit gar kein Hausarzt mehr. Mit der Bebauung des Sportplatzgeländes an der Otto-Hue-Straße wächst die Rosenhügeler Bevölkerung und auch die neuen Bewohner/innen brauchen wenigstens einen zu Fuß erreichbaren Hausarzt.

Die in der Diskussion um die ärztliche Versorgung immer geäußerte „Nichtzuständigkeit“ der Behörden ist sehr unbefriedigend und für den „kleinen Mann von der Straße“ nicht nachvollziehbar. Demselben wäre geholfen, wenn wenigstens folgende Vorschläge in Angriff genommen würden:

  1. Die ärztliche Versorgung ist in allen Stadtteilen in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung der Bevölkerungsentwicklung anzupassen und
  2. Die Ansiedlung von Fachärzten (z.B. Kinderarzt oder HNO-Arzt) ist zu bewerben.

Wer dafür zuständig ist, ist dabei dem „kleinen Mann von der Straße“ völlig egal. Es muss einfach angepackt werden. Die Zukunft Rosenhügels hängt auch von einer funktionierenden Infrastruktur ab. Eine breite ärztliche Versorgung gehört auch dazu. Gesundbeten allein hilft da nicht.