ein Kommentar von Dirk Hartwich aus Dorsten Rhade

Berlin | Reden, bzw. schreiben wir nicht drum herum. Corona fordert die Politik in nie gekanntem Ausmaß. Seit Monaten wird klar, dass unsere Organisation von oben nach unten nicht richtig funktioniert. Föderalismus genannt. Politiker, die zu viel versprechen (Jens Spahn), Ministerpräsidenten, die bei Konferenzen lieber mit dem Handy spielen (Bodo Ramelow) und christdemokratische Abgeordnete, die die Hand aufhalten. Der Glaube, dass alles gut wird, ist nachhaltig erschüttert. Es ist aber nicht nur die Kanzlerin, die um Verzeihung bitten müsste. Es sind auch die Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer, die in sehr kurzen Abständen zeigen, dass ihre gemeinsamen Beschlüsse nicht mal 24 Stunden Bestand  haben. Sie sind es, die verantwortlich sind, was in den Kommunen an Verordnungen ankommt. Hand aufs Herz, wer blickt da noch durch? Erinnern wir uns, worum es geht. Das Corona-Virus hat bisher in Deutschland 75.000 Menschen getötet. Und es werden nochmals Tausende dazu kommen. Karl Lauterbach, SPD-Politiker und Gesundheitsexperte hat es auf den Punkt gebracht: “In der jetzigen dramatischen Lage ist Parteipolitik unangebracht. Stattdessen Kräfte bündeln und so Menschenleben retten”. Ein jetziger Rücktritt von Angela Merkel würde die Lage komplett aus dem Ruder laufen lassen.