Rosenhügel | Wir stellen uns gegen den Bau des Steag-Windrads auf der Mottbruchhalde, dass laut der Planung doppelt so hoch wie die Halde selbst werden soll. In einem extra dafür durchgeführten Werkstattverfahren mit breiter Beteiligung von Bürger*innen und Expert*innen war einfach nicht das ausreichende Maß an Akzeptanz für den Windrad-Bau vorhanden. Das Ergebnis dieser Werkstatt zur Gestaltung der Mottbruchhalde war nämlich, dass sich die Bürger*innen eine Nutzung der Halde als Naherholungsgebiet wünschten. Nach über 50 Jahren teils heftiger Belastungen durch den Schwerlastverkehr zur Haldenaufschüttung, ist dies ein sehr verständlicher Wunsch.

Die Steag verfolgt wirtschaftliche Interessen 

Sowohl die Grünen als auch die Steag waren seinerzeit maßgeblich an diesem Verfahren beteiligt und am Ende des Verfahrens bestand gerade auch mit den Vertreter der Steag und der lokalen Grünen Konsens, dass sich der Standort wegen der fehlenden Akzeptanz und gewollten Freizeitnutzung nicht für den Bau des Windrads eignet. Das klimapolitische Argument ist in diesem Konfliktfall auch nicht ganz richtig: Die Steag hat in erster Linie wirtschaftliche Interessen am Bau des Windrads. Das ist natürlich keinesfalls verwerflich.

Energiewende vor Ort durch Bürgerenergie

Es hätte aber durchaus Möglichkeiten gegeben, eine höhere Akzeptanz für das Windrad zu schaffen z. B. in der Form einer Bürgerenergiegesellschaft, über die die direkten Anwohner an dem Ertrag des Windrad finanziell beteiligt würden. Das widerspricht aber dem wirtschaftlichen Interesse der Steag, was aus ihrer Sicht durchaus nachvollziehbar ist. Das zeigt aber auch, dass es beim Bau nicht nur um ökologische Motive geht. Wir sehen durchaus die Verpflichtung, hier vor Ort zur Energiewende beizutragen. Daher haben wir bereits vor über zehn Jahren politisch die Ausweisung von Windvorrangzonen in Gladbeck initiiert und dadurch den Bau der zwei vorhandenen WEA auf Gladbecker Stadtgebiet ermöglicht. Diese Anlagen wurden übrigens mit Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger umgesetzt. Damit waren wir zu dieser Zeit ein Vorreiter in der Region.

Wir setzen auf den „grünen Wasserstoff“

In unserem Programm zur Kommunalwahl haben wir uns auch dafür stark gemacht, dass Freiflächen in Gladbeck für die Nutzung von Solarenergie geprüft werden. Ebenfalls haben wir uns dafür stark gemacht, dass Bürger*innen an der Energiewende in unserer Stadt beteiligt werden sollen: „Wir wollen, dass in unserer Stadt vor allem die Bürgerinnen und Bürger von erneuerbaren Energien profitieren – Windräder oder Solarparks sollten Bürgerenergien sein und nicht dem Profit anderer dienen!“ Unsere dichtbebaute Stadt und die gesamte Region kann einen viel größeren Beitrag zur Energiewende und zur Versorgungssicherheit leisten, wenn wir unseren Standort gezielt zu einer Wasserstoff-Modellregion umbauen. Wasserstoff wird als Energieträger, der in der Lage ist, überschüssigen Strom der Erneuerbaren zu speichern, für die Energiewende unverzichtbar sein. Er ermöglicht es zudem, z. T. mit der Nutzung in unserer Region vorhandener Infrastruktur die industriellen Fertigungsprozesse im Ruhrgebiet klimaneutral umzustellen und er kann Konflikte mit dem Ausbau erneuerbarer Energien überbrücken.