Rosenhügel | Die Rosenhügeler SPD wird in diesem Jahr erstmals eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto: „Rosenhügeler Kulturherbst“ durchführen. Die drei geplanten Veranstaltungen haben sowohl einen informativen als auch einen geselligen Charakter und finden jeweils im Heinrich-Weidemeier-Haus statt. 

„Die SPD hat ihre Wurzeln in den Arbeiterkulturvereinen des letzten Jahrhunderts. Deshalb setzen wir uns heute auch für die kulturellen Interessen der Bürgerinnen und Bürger ein und organisieren Veranstaltungen die politisch und kulturell informativ oder gesellschaftlich von Belang sind. Aber auch der gesellige Teil darf dabei nicht zu kurz kommen. Damit wollen wir die sozialen Beziehungen in unserem Quartier stärken und greifen deshalb zur Selbstorganisation“, so der Ortsvereinsvorsitzende Andi Dunkel. Und weiter zitiert er in diesem Zusammenhang Mathias Jakobs*, den Namensgeber der Gladbecker Stadthalle der am 25. Oktober 1925 im Preußischen Landtag sagte: „Was braucht der Arbeiter Kultur? Auf diesem Standpunkt stehen wir nicht, im Gegenteil: Wir verlangen für den Arbeiter, für denjenigen, der die Werte schafft und die Produktion hebt, dass ihm genau dieselben Vergünstigungen auf kulturellem Gebiet, Theater, Grünflächen, Stadtwälder und dergleichen zugutekommen wie anderen. Wir werden nicht unterlassen, diese Kulturbestrebungen weiter zu pflegen, soweit unsere Macht reicht“ – Zitat Ende. In seinem Sinne haben die sehr regen Sozis aus dem Gladbecker Süden folgende Veranstaltungen für die Bürgerinnen und Bürger geplant:

 

Sonntag, 21.10.2018, 16:00 Uhr  – „Schicht im Schacht“

Ein bergmännischer Nachmittag mit Geschichten, Anekdoten, Musik, Filmausschnitte und dazu passende Speisen und Getränke in Erinnerung an den Steinkohlebergbau im Ruhrpott!

 

 

Freitag, 16.11.2018, 19:00 Uhr – „Jugoslawischer Abend“

„Der Balkan – so nah und doch so fern“. Ein Abend mit Musik, Tanz, Folklore, Speisen und Getränken in Erinnerung an das alte Jugoslawien, wie es viele „Ruhrpottler“ noch kennen! Eintritt 5,–€ für die Speisen!

 

Freitag, 23.11.2018, 16:00 Uhr- „Gaumenfreuden“ – Weinprobe mit Speck- und Zweibelkuchen

Die Weinkellerei Jakob Gerhardt präsentiert deutsche und internationale Weine! Dazwischen gibt´s Speck-und Zweibelkuchen zur Stärkung! Eintritt 10,– € für die Weine und die Speisen!

 

Unter den Telefonnummern 02043/ 22674 oder 22624 oder unter der Mobilnummer 0176 342 95 769 wird um Anmeldung gebeten.

*Mathias Jakobs (* 9. September 1885 in Hunolstein bei Morbach, Hunsrück als Matthias Jakobs; † 5. Mai 1935 in Gladbeck). Jakobs war Sohn eines Landwirtes und Freidenkers. Er war zunächst Schuhmachergeselle. Zwischen 1914 und 1918 war er Soldat im Ersten Weltkrieg. Da er nach dem Krieg als Schuhmacher keine Stelle fand, wurde er Bergmann. Im Jahr 1909 war Jakobs dem freigewerkschaftlichen Bergarbeiterverband und 1912 der SPD beigetreten. Zwischen 1919 und 1924 war er Vorsitzender der Partei in Gladbeck. Seit 1920 war er auch Mitglied im Unterbezirksvorstand der Partei. Jakobs war von August 1920 bis 1929 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Gladbeck. Als solcher setzte er sich erfolglos für eine kommunale Neugliederung ein, bei der Horst zu Gladbeck gekommen wäre. Zwischen 1924 und 1933 gehörte er für den Wahlkreis 17 (Westfalen-Nord) dem Preußischen Landtag an.

Hauptberuflich arbeitete er zwischen 1922 und 1933 als Sekretär des Bergarbeiterverbandes. Seit 1928 war Jakobs Mitglied im Aufsichtsrat des Bergwerks AG in Recklinghausen sowie der Grubensicherheitskommission für den Bezirk des Oberbergamtes Dortmund. Nach dem Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde Jakobs am 27. Juni 1933 verhaftet. Er saß zunächst im Gerichtsgefängnis in Herford ein. Im Herbst 1933 wurde er in das KZ Papenburg gebracht. Danach wurde er bis Dezember 1933 im KZ Lichtenburg gefangen gehalten. Nach der Entlassung aus der Haft folgten zahlreiche Krankenhausaufenthalte. Jakobs starb im Mai 1935 an den Folgen der Haft. Seine Beerdigung, an der über 500 Menschen auf dem Zentralfriedhof teilnahmen, wurde zur letzten stillen Demonstration für Menschlichkeit und Demokratie in Gladbeck. (Quelle: Wikipedia)