Michael Hübner (Vorsitzender der Butendorfer SPD) und Andreas Dunkel (Vorsitzender der Rosenhügeler SPD) nehmen Stellung zu einem Leserbrief in der WAZ-Lokalausgabe Gladbeck vom 5.Oktober 2017

„Kinder sollen in Gladbeck die gleichen Chancen bekommen, unabhängig von ihrer Abstammung. Es ist ein Zerrbild, was im Leserbrief in der WAZ-Lokalausgabe Gladbeck vom 5.Oktober 2017 gezeichnet wird. Die Wortwahl ‚Flut‘ und ‚Faire Verteilung‘ (vermutlich von Flüchtlingen) zeichnet für Gladbeck ein wenig hilfreiches Bild. Im Stadtsüden leben seit mehr als vierzig Jahren viele Menschen mit Migrationshintergrund. Sicherlich sind in den letzten Jahren einige Flüchtlinge hinzugekommen. Aber die werden in Gladbeck auf alle Stadtteile verteilt. Dabei wurde der Stadtsüden ausdrücklich weniger belastet, eben wegen dem vorhandenen hohen Migrationsanteil. Einrichtungen zur Aufnahme von Flüchtlingen finden sich ebenso in Zweckel, Ellinghorst oder Rentfort. Die Unterkunft im Linnerott ist nur teilweise belegt. Von einer „Flutung“ des Stadtsüdens kann also keine Rede sein.

Das eigentliche Problem ist doch aber, dass Eltern – übrigens oft unabhängig ihrer Herkunft –  mit ihren Kindern zu Hause kein Deutsch sprechen oder überhaupt viel zu wenig mit ihnen sprechen. Es ist anzunehmen, dass auch die muttersprachlichen Fähigkeiten bei diesen Kindern defizitär sind. Auch die Erzieherinnen und Erzieher in unseren Kindergärten kennen das Sprachproblem zu Genüge. Sehr zu bedenken ist aber die Tatsache, dass selbst bei einigen Kindern ohne Migrationshintergrund Sprachdefizite zu verzeichnen sind. Im Übrigen wird bei dieser Diskussion häufig vergessen, dass 88% der eingeschulten Kinder keine sprachlichen Defizite haben. 

Die Probleme nur beklagen hilft nicht viel weiter.  Auch die Eltern von Kindern mit Sprachdefiziten müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und sind gefordert ihre Kinder zu fördern wo es nur geht, z.B. indem sie im Alltag mit den Kindern immer wieder Deutsch sprechen. Diese Eltern immer wieder darauf hinzuweisen ist eine ständige Aufgabe. Auch die Schulpflegschaften und Fördervereine der Schulen können sich dabei in vielfältiger Weise positiv einbringen. Einige tun dies ja auch schon mit Erfolg. Hierbei zu unterstützen ist ein richtiges Mittel um entgegenzuwirken. Das Sprachproblem nur auf Lehrerinnen und Lehrer oder auf angebliche politische Fehlentscheidungen abzuschieben, ist doch am Ende viel zu einfach.

Vor dem Hintergrund von schwierigen gesellschaftlichen Umständen die unsere Grundschulen am Rosenhügel und in Butendorf teilweise vorfinden, leisten alle Gladbecker Lehrerinnen und Lehrer in allen Stadtteilen mit sehr viel Engagement eine hervorragende Arbeit. Hierfür gebührt ihnen unser aller ausdrücklicher Dank.“