Zur Presseberichterstattung in den Gladbecker Lokalmedien über den Überfall auf eine Frau im Schulte-Berge-Park am vergangenen Donnertag nimmt Andi Dunkel, Vorsitzender der Rosenhügeler SPD, in einem Leserbrief Stellung:
„Der Überfall auf eine Frau am Donnerstagabend im Schulte-Berge-Park in Rosenhügel führt uns einmal mehr den Verfall der Sitten und die Verrohung der Menschen vor Augen. Leider gibt es Menschen, die augenscheinlich keinerlei „Gewaltbremse“ besitzen. Zunächst gilt unser tief empfundenes Mitgefühl aber dem Überfallopfer. Ich bin mir ganz sicher, dass alle Rosenhügelerinnen und Rosenhügeler hoffen, dass die überfallene Frau keinerlei bleibende Schäden davontragenden wird. Sicher wird aber das Gefühl der Angst bleiben. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger empfinden ebenfalls Unbehagen, wenn sie spät abends alleine durch die eine oder andere Straße im Gladbecker Süden laufen. Man kann nur hoffen, dass die Polizei sehr schnell die Täter fasst und diese die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.
Aber wie kann es zu solchen Gewaltausbrüchen kommen? Sicher spielt hierbei auch der Alkohol- und Drogenkonsum eine Rolle. Aber ich meine, die Täter sind sich auch oftmals zu sicher das ihnen nichts passieren kann – sie nicht erwischt werden. Dies liegt wohl auch daran, und das nicht nur gefühlt, dass man den Grenzbereichen der südlichen Quartiere abends und nachts weit und breit keine Polizei sieht – sie nicht präsent ist.
Leider ist der Rosenhügel durch die Stadtgrenze nach Gelsenkirchen an vielen Ecken ein „geteilter Ortsteil“, wie insgesamt der Gladbecker Süden. Es ist schon sehr beunruhigend, wenn man mitbekommt wie Gelsenkirchener Streifenwagen, ohne im Einsatz zu sein, in Rosenhügel auch mal verkehrt herum durch Einbahnstraßen fahren. Der Eindruck der zurückbleibt ist der: Die wissen gar nicht wo sie sind. Die haben sich verfahren. Vermutlich geht es der Bottroper Polizei, die ja für Gladbeck zuständig ist, ebenso. In solchen Situationen wünscht man sich den „Schutzmann“ an der Ecke zurück, der sein Quartier genau kennt und der auch die Bewohner genau kennt. Ich meine, es ist eine verbesserte Absprache zwischen der Gelsenkirchener und der Bottroper Polizei vonnöten, wer wann unser Quartier überwacht. Die Vermutung liegt aber nahe, das es diese bis dato gar nicht gibt und deshalb sich niemand zuständig fühlt. Wie das so ist im Leben: Man verlässt sich gerne auf den jeweils anderen. Das geht aber letztlich auf Kosten der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Die Forderung daraus kann nur lauten: Mehr Polizei mit detaillierten Ortskenntnissen abends und nachts auf die Straße schicken und ab und zu stündliche Streifenfahrten im Schritttempo! Mögliche Gewalttäter kennen sich nämlich in der Regel im Quartier sehr gut aus und nutzen auch Siedlungswege und Trampelpfade zur Flucht.
Also, es sind dringend Änderungen bzw. verbesserte Absprachen bei der „stadtübergreifenden“ Polizeiarbeit geboten – vor allem in Stadtteilen mit so „kleinräumig unterschiedlichen Sozialstrukturen“ wie die im Gladbecker Süden kurz hinter der Stadtgrenze nach GE-Horst, E-Karnap, GE-Beckhausen und BOT-Boy. Diese Stadtteile unserer Nachbarstädte haben bekanntermaßen auch eher brisante Sozialstrukturen.“
