Christiane Dunkel

Bernd Saslona

Am letzten Sonntag hatten wir unsere Mitgliederversammlung im Heinrich-Weidemeier-Haus und haben die inhaltlichen und personellen Weichen für die Kommunalwahl 2020 gestellt. Nach einer sehr regen aber solidarischen Diskussion über die zukünftige Gladbecker Kommunalpolitik wählten wir die Delegierten für die bevorstehenden Konferenzen auf Stadt- und Kreisebene zur Aufstellung der Kandidatinnen für die Kommunalwahl. Die Kandidatinnen für die Stadt- und Kreisebene hatten wir ja bereits auf der Jahreshauptversammlung Anfang des Jahres nominiert. Für den Wahlkreis 21 (Rosenhügel-Nord) kandidiert die bisherige Ratsfrau Christiane Dunkel, die ihren politischen Schwerpunkt in der Sozial- und Integrationspolitik hat. Für den Wahlkreis 22 (Rosenhügel-Süd) kandidiert Bernd Saslona. Der 53-jährige Elektriker der BP hat seinen Schwerpunkt in der Umwelt- und Verkehrspolitik. Für einen weiteren Wahlkreis haben die Genossinnen aus dem Gladbecker Süden Nadja Steinberg nominiert. Die Rentforterin soll nach Willen der Rosenhügelerinnen in einem der beiden Wahlkreise in Rentfort-Nord kandidieren. Nadjas Schwerpunkte sind die Finanz- und Haushaltspolitik sowie die Wirtschaftsförderung. Für den Kreistag schicken wir die erst 25-jährige Nina Krüger ins Rennen. Ihre Themen sind die Frauenpolitik, die Integrationspolitik und die Bildungspolitik. Für weitere Plätze auf der Reserveliste sowie als Huckepackkandidatinnen für die Stadtratswahl wurden Ute Pawlicki, Bougna Drabo und Nina Krüger nominiert.

Nina Krüger

Nadja Steinberg

In meinem Bericht hob ich die Leistungen und kommunalpolitischen Erfolge der Gladbecker SPD in den letzten Jahren hervor. Wir sind 2014 gemeinsam mit unserem Bürgermeister angetreten um „Gladbeck gemeinsam zu denken“ und um eine „neue Stadt zu bauen. Das ist uns in den meisten Fällen auch gelungen. So gehören heute die aus der Gladbecker CDU-Zeit ererbten Bauruinen wie Karstadt, P & C, das Hochhaus Schwechater Str. 38 in Rentfort oder das ehemalige Möbelparadies in Butendorf längst oder bald der Vergangenheit an. Die städtebaulichen Veränderungen der Stadtteilprojekte in Brauck, Butendorf, Rentfort und Stadtmitte sind für alle sichtbar und gelungen. Jedoch dürfen wir uns auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen. Zukünftig müssen wir uns viel stärker auf den sozialen Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft fokussieren. Deshalb ist es an der Zeit sich von der Träumerei einer multikulturellen Gesellschaft zu verabschieden. Wir sollten uns besser für ein friedvolles und tolerantes Nebeneinander einsetzen. Wir müssen „interkulturell“ in die Zukunft gehen. Das heißt für uns: Jeder soll nach seiner Fasson in Gladbeck selig werden können aber die Toleranz hört da auf, wo der andere in seiner kulturellen Freiheit eingeschränkt wird. Eines muss klar sein: Für jeden gelten die gleichen Gesetze, die gleichen Pflichten und die gleichen Rechte. Der vom Integrationsrat angeschobene Prozess für einen „Wertekonsens“ muss breite Teile der Stadtgesellschaft erreichen und darf nicht nur in elitären Kreisen der Vertreterinnen und Vertreter der Vereine und Verbände diskutiert werden. Das dies gelingt, dafür wollen wir uns einsetzen.

Bettina Weist

Unsere Bürgermeisterkandidatin Bettina Weist ging in ihrer Rede an die Rosenhügeler Genossinnen auf meine Worte ein. Sie hob ebenfalls die städtebaulichen Erfolge der letzten Jahre hervor und lobte die geleistete Arbeit des scheidenden Bürgermeisters und der Rot-Grünen Ratsmehrheit. An vielen Dingen in den Details Kritik zu üben, ist statthaft und oft auch richtig aber manchmal nicht zielführend, da es zuweilen den Kritikern nur um die eigene Betroffenheit geht und nicht um das Große und Ganze. Für sie steht zukünftig auch der „Kampf um die Köpfe“ im Vordergrund. „Wir müssen offen sein für Neues und uns fit machen für die Herausforderungen der Zukunft. Beste Bildung muss bereits im Kindergarten anfangen und bis ins Seniorenalter möglich sein,“ sagte sie. Die Zukunftsthemen seien aus ihrer Sicht die Bildungs- und Chancengleichheit, eine Mobilitätsoffensive und damit auch der Klimaschutz, die Organisation eines friedvollen und toleranten Miteinanders sowie die Herausforderungen der digitalen Zukunft, was als Querschnittsaufgabe alle gesellschaftlichen Bereiche erfassen wird.

Mein Fazit war zum Abschluss: „Mit alten politischen Rezepten lassen sich die neuen Zeiten kaum gestalten. Auch Willy Brandt erkannte dies als er sagte, dass jede Zeit eigene Antworten braucht und dass man deswegen auf der „Höhe der Zeit“ sein müsse. Aber für neue Rezepte braucht es zuweilen auch neue Köche.