Andi Dunkel
OV-Vorsitzender

Auf unserer letzten Vorstandssitzung wurden die Thesen vom Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert „heiß“ diskutiert. Besonders das Thema Wohnen brannte dabei auf den Nägeln. Dazu möchte ich, Andi Dunkel, Stellung nehmen und fasse das Fazit der Diskussion zusammen:

Das das Wohnen ein Grundbedürfnis der Menschen ist, mit dem nicht spekuliert werden sollte, stößt wohl bei der Mehrheit der Bevölkerung auf Zustimmung. Enteignungen von Wohnungsunternehmen sind aber kein geeignetes Mittel um mehr Wohnungsbau zu schaffen. Zumal Enteignungen ohne entsprechende Entschädigungen auch nach dem GG gar nicht möglich sind. Gemeint kann doch wohl zunächst nur ein Rückkauf von Wohnungsunternehmen sein, die im Neoliberalismus-Wahn der 90er und 2000er Jahre von der öffentlichen Hand privatisiert wurden. Hier liegt doch unser eigentliches Problem. Als Beispiel nenne ich die LEG, die von der schwarz-gelben Landesregierung unter Jürgen Rüttgers verscherbelt wurde um den Landeshaushalt zu sanieren.

Die sozialdemokratisch geprägte Gladbecker Wohnbaupolitik fährt bereits seit den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts „zweigleisig“. Denn unsere Politik ist sowohl darauf ausgerichtet Wohneigentum in Arbeitnehmerhand zu fördern als auch durch unsere kommunale Wohnungsgesellschaft, die GWG, auf den örtlichen Wohnungsmarkt einzuwirken und genügend Sozialwohnungen vorzuhalten und die Mieten zu stabilisieren.

Gelungene Beispiele für Wohneigentum in Arbeitnehmerhand gibt es in Gladbeck genug. Sei es die Umwandlung der alten Zechensiedlungen in Brauck A und B von Mietwohnungen in Eigentum bereits in den siebziger und achtziger Jahren oder auch das neue Baugebiet „Alter Sportplatz“ in Rosenhügel. Insgesamt tragen diese Anstrengungen auch städtebaulich Früchte: Langfristig bleibt so der Gartenstadtcharakter erhalten. Außerdem hat Gladbeck dadurch eine im regionalen Vergleich gute Bevölkerungsentwicklung und eine stabile Mietentwicklung.

Alles in allem muss man beim Punkt „Wohnen“ langfristige Konzepte fahren um am Ende erfolgreich zu sein. Enteignungen schaffen erstmal keinen neuen Wohnraum.